Ein bisschen verwirrt schlendere ich ab und zu durch die Straßen der weißen Dörfer an der Küste. Mal fühle ich mich wie in Griechenland, mal wie auf Ibiza und dann wieder wie in Andalusien. Die maurischen Einflüsse kommen mir vertraut vor, passen aber nicht zu dem Ort auf der Karte. Ich bin im Absatz Italiens, wo ich staune und mich wundere. Apulien ist italienisch und doch auch wieder nicht…
Nachdem ich vor Jahren einen Bericht über Apulien in der Zeitschrift Libelle gelesen hatte, stand dieses Reiseziel auf meiner Wunschliste. Von Zeit zu Zeit, wenn ich Fotos auf Instagram sehe, werde ich wieder an meinen Wunsch erinnert, in den Süden Italiens zu reisen. Bis ich eine Einladung von einem B&B in Apulien in meinem Postfach finde und schnell ein Flugticket und einen Mietwagen buche.
Am Flughafen von Bari hole ich meinen Mietwagen ab. Weil ich kurz auf mein Gepäck warten musste, steht schon eine lange Schlange am Schalter der Autovermietung. Ich bin froh, dass ich mich in letzter Minute für die Option „Premium Check-in” entschieden habe, mit der man sein Auto extra schnell abholen und die Warteschlange umgehen kann. Nur wenige Minuten später fahre ich in meinem coolen Fiat 500, der perfekt zur Region passt, vom Flughafen weg.
Obwohl ich nur ein paar Tage im Süden Italiens verbringe, fühle ich mich wie im siebten Himmel. Ich fahre von Höhepunkt zu Höhepunkt und staune immer wieder über die Schönheit dieses einzigartigen Teils Italiens. Meine Entdeckungen teile ich gerne mit dir. Meine 6 (unverzichtbaren) Tipps für eine Rundreise mit dem Mietwagen durch Apulien.
Tipp 1: Auf Felsen gebaut – Polignano a Mare
Von Bari aus fahre ich der Küste entlang nach Süden, 45 Minuten bis nach Polignano a Mare. Es ist immer wieder ein besonderes Gefühl, früh morgens zu fliegen und nur wenige Stunden später in einer anderen Welt zu sein. Um 10 Uhr morgens sitze ich schon auf meiner ersten Terrasse bei italienischem Kaffee und Brioche. Auf einem kleinen Platz, umgeben von weißen Häusern, einem Keramikladen und einer vereinzelten Palme. Die Sonne wärmt nicht nur mein Gesicht, sondern auch mein Herz. Was für ein Privileg, hier sein zu dürfen! Ich bewundere den Blick auf die Häuser auf den Klippen, am schönsten von der Ponte di Polignano aus, und schlendere durch die engen Gassen und Gässchen im historischen Zentrum. Jeder Schritt bringt ein neues schönes Bild. Flatternde Wäsche auf kleinen Balkonen, Töpfe mit (Fett-)Pflanzen, üppige Bougainvillea, Treppen, Durchblicke…
Tipp 2: Perle an der Küste – Monopoli
Keine halbe Stunde Fahrt südlich liegt Monopoli, ein jahrhundertealtes Küstendorf. Wie schön ist es, auch hier durch das Gewirr der Gassen zu schlendern und plötzlich im alten Hafen zu stehen, wo meterhohe Mauern das klarblaue Wasser umgeben. Blaue Boote schaukeln in der Sonne. Das Leben plätschert hier am Fuße der Burg dahin. Ich suche mir einen Platz auf der Piazza Garibaldi mit ihren vielen Terrassen zum Mittagessen und bestelle Pasta und ein Glas Weißwein. Die Pasta schmeckt so, wie nur Pasta in Italien schmecken kann, einfach zum Fingerlecken. Als sich die Straßen für die Siesta leeren, steige ich in mein Auto und fahre zu meiner Unterkunft.
Tipp 3: Einzigartiges Bed & Breakfast
Ich beende meinen ersten Tag voller Eindrücke im Bed & Breakfast Anima, nicht weit von der weißen Stadt Ostuni entfernt. Über unbefestigte Straßen fahre ich die letzten Kilometer bis mitten ins Nirgendwo, zumindest fühlt es sich so an. Aber was für eine einzigartige Lage!
Francesco und Sieb erwarten mich, zeigen mir ihren Traumort zwischen jahrhundertealten Olivenbäumen und verwöhnen mich mit einem leckeren kühlen Wein. Ich schlafe in einem authentischen Trullo, der wunderschön renoviert wurde, und setze mich abends zu einem biologischen und vegetarischen 3-Gänge-Menü im farbenfrohen und kunstvollen Wohnzimmer von Anima. Ich weiß noch nicht, was mir bei Anima am besten gefällt: der Pool, die Außendusche, die eigenwillige Einrichtung, die Möglichkeit, zum Abendessen dazuzusitzen, das Wellnessangebot, die Gastfreundschaft, das Frühstück in der Morgensonne…
-> Möchtest du auch in einem besonderen Bed & Breakfast übernachten? Entdecke Yours Trulli!
Tipp 4: Die weiße Stadt Ostuni
Nur eine Viertelstunde Fahrt von Anima entfernt liegt die berühmte weiße Stadt Ostuni. Als ich über die Hügel komme, ragt die Stadt hoch über die Umgebung hinaus. Weiße Häuschen scheinen innerhalb der Stadtmauern aneinander geklebt zu sein, die Sonne glitzert auf dem Adriatischen Meer im Hintergrund. Auch wenn das Halten hier verboten ist, muss ich einfach kurz stehen bleiben und staunen.
Obwohl ich am liebsten mit meinem 500er in die Altstadt fahren würde, parke ich brav vor den Stadttoren. Eine Straße mit weißen Häusern auf beiden Seiten schlängelt sich durch die Stadt hinauf zur beeindruckenden Kathedrale und dem Bogen davor. Ich setz mich auf eine Terrasse, um die Schönheit der Stadt auf mich wirken zu lassen, und schlendere dann durch alle Gassen, von oben nach unten.
Tipp 5: Durch das barocke Lecce schlendern
Mein nächster Halt ist die Barockstadt Lecce, die ich aus der Fernsehsendung „Ik vertrek” kenne. Die Niederländerin Joëlle ist nach Süditalien gezogen, um hier mitten im historischen Zentrum ein B&B zu eröffnen: Little Dolce. In Lecce folgt eine spannende Fahrt durch die Stadt. Da mein Besuch in Apulien ziemlich kurzfristig ist, ist Little Dolce leider ausgebucht. Ich reserviere einen Platz in einem beliebigen B&B im Herzen der Stadt und darf dort auch mein Auto parken. Das habe ich gemerkt: Das historische Zentrum von Lecce ist ein Gewirr aus Straßen, Gassen, Fußgängerzonen… Ich fahre mit meinem Fiat 500, mit Schweiß auf der Stirn und feuchten Händen, dreimal durch die Stadt und rufe dann verzweifelt den Gastgeber an, der mich abholt. Es folgt eine nervenaufreibende Fahrt, bei der ich oft Angst habe, meine Spiegel abzureißen. Was für ein Glück, dass ich bei Sunny Cars so gut versichert bin, denke ich bei jeder Kurve. Mit den ermutigenden Worten des Gastgebers: „Du bist ein sehr guter Fahrer!“ parke ich erleichtert mein Auto.
Zu Fuß geht’s weiter! Ich erkunde die Marmorstraßen von Lecce und bewundere zahlreiche Kirchen, staune darüber, dass sich diese Stadt architektonisch so sehr von den umliegenden (weißen) Dörfern unterscheidet, schlendere über Plätze, trinke Wein auf Terrassen, flaniere zwischen den Italienern und sehe, wie der Tag langsam in die Nacht übergeht auf der Piazza del Duomo.
Tipp 6: Stadt der Trulli: Alberobello
Mein letzter Halt in Apulien ist gleichzeitig der touristischste. Das ist logisch, denn diese Stadt ist einzigartig und trotz des Andrangs ein Muss bei einem Besuch in Süditalien. Auf dem Weg nach Alberobello sehe ich auf beiden Seiten schon die schönsten Trulli: charakteristische weiße runde Häuschen mit grauen Spitzdächern. In der Hauptstadt der Trulli, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, stehen viele dieser Häuser nebeneinander. Einige sind noch bewohnt, andere dienen heute als Souvenirladen, Restaurant oder Gelateria.
Noch ein paar zusätzliche Tipps für deinen Roadtrip durch Apulien:
Selbst für 4 Tage (oder ein langes Wochenende) lohnt sich eine Flugreise nach Apulien. Die Entfernungen zwischen den Sehenswürdigkeiten sind nicht groß, sodass du in kurzer Zeit viel sehen, probieren und entdecken kannst.
- Flüge: Flieg nach Bari oder Brindisi, beide günstig gelegen für einen Roadtrip durch Apulien. Der Flug dauert nur 2,5 Stunden. Vergleiche die verschiedenen Fluggesellschaften, um günstige Tarife zu finden. Ich bin früh morgens geflogen und saß so schon um 10 Uhr bei einem Kaffee in Süditalien. Durch einen späten Rückflug habe ich meine Tage optimal genutzt.
- Mietwagen: Ein Mietwagen ist für deinen Besuch in Apulien unverzichtbar.
- Übernachten: Ich hab ein paar besondere Orte in Apulien für dich: Bed & Breakfast Yours Trulli, Ferienvillen Puglia stays by Lindsey und Ferienvilla Ashyana. Eine Übernachtung in einem Trullo darf auf deiner Reise echt nicht fehlen!
Bonus-Tipp:
Lust auf ein erfrischendes Bad? Entlang der Küste findest du Strände, felsige Buchten und die Grotta della Poesia nördlich von Otranto. Dieses natürliche Schwimmbecken mit klarem, blauem Wasser ist ein großer Anziehungspunkt für Wagemutige, die von den Felsen ins Wasser springen.