Das Saarland ist eines der kleinsten Bundesländer Deutschlands. Seine Lage im Südwesten hat den heutigen Charakter der Region geprägt. Durch die Nähe zu Frankreich und Luxemburg gibt’s hier Einflüsse von „auswärts“. Egal, wo du im Saarland bist, du kannst hier grenzüberschreitend genießen. Entdecke diese Region mit ihrer reichen (industriellen) Geschichte, ihren schönen alten Städten und ihrer abwechslungsreichen Landschaft (von Weinbergen an der Mosel bis zu sanften Feldern und Wiesen, von Seen bis zu Naturschutzgebieten mit Wäldern, Felsformationen und gewundenen Wanderwegen). Planst du einen Wochenendausflug oder einen Urlaub im Saarland? Dann nimm diese Tipps mit: die schönsten Aktivitäten in der Region.
Von der Mosel bis zur Saar, von Saarburg (offiziell im Bundesland Rheinland-Pfalz) bis Saarbrücken, von Villeroy & Boch bis zur Völklinger Hütte und von der Saarschleife bis zum Bliesgau: Das Saarland steht für grenzenloses Erleben und grenzenlosen Genuss.
Tipp 1. Baumwipfelpfad und Saarschleife
Ganz oben auf unserer Liste „Das musst du im Saarland unbedingt machen“ steht der Besuch der weltberühmten Saarschleife. In der Nähe des Ortes Orscholz liegt der Baumwipfelpfad Saarschleife. Vom Besucherzentrum Cloef-Atrium mit Restaurant starten verschiedene Wanderungen. Eine davon ist der 1250 Meter lange Baumwipfelpfad, der dich zwischen den Bäumen hindurch zum Aussichtsturm führt. In einer Höhe von 3 bis 23 Metern wanderst du zwischen Kiefern, Eichen und Birken zum buchstäblichen und im übertragenen Sinne höchsten Punkt.
Unterwegs erfährst du auf Informationstafeln mehr über die Umgebung. Für Kinder gibt es entlang des Weges lustige und herausfordernde Aktivitäten. Der Aussichtsturm ist eine architektonische Meisterleistung und bringt dich noch einmal 42 Meter höher. Bis du die Plattform erreichst, von der aus du einen atemberaubenden Blick auf die Saarschleife hast.
Die Saarschleife ist eine 180-Grad-Biegung der Saar. Mit etwas Glück kannst du Frachtschiffe sehen, die diese Haarnadelkurve nehmen – eine beeindruckende Leistung der Schifffahrt. Möchtest du deinen Besuch im Cloef-Atrium und im Aussichtsturm mit einer Wanderung verbinden? Dann wähle den Traumschleife Cloefpfad, einen 8,2 Kilometer langen Rundwanderweg.
Tipp für Porzellan-Fans: Das Dorf Orscholz liegt nicht weit von Mettlach entfernt, das für seine Keramik von Villeroy & Boch bekannt ist. Das Outlet-Center ist ein beliebtes Einkaufsziel.


Tipp 2: Spaziergang durch die Kriegsvergangenheit
Das Saarland hat eine bewegte Vergangenheit. Es gehörte mal zu Frankreich, dann zu Deutschland und war sogar kurz ein unabhängiger Staat. Spuren davon sieht man noch heute in der Landschaft, zum Beispiel am Höckerlinienweg bei Orscholz. Vor dem Zweiten Weltkrieg, zwischen 1938 und 1940, haben die Deutschen eine Verteidigungsmauer gebaut, um Angriffe aus Frankreich abzuwehren. Eine lange Linie mit Bunkern, Schützengräben und Beton „Zähnen”, damit Panzer nicht durchbrechen konnten. Bei Orscholz wurde ein Teil des „Westwalls” freigelegt. Jetzt kann man dort auf dem über drei Kilometer langen Höckerlinien-Weg spazieren gehen. Man läuft über einen Kilometer zwischen den Betonbarrieren, über Holzstege durch die Wiesen und kehrt dann durch den Wald zurück. Echt beeindruckend und interessant.


Tipp 3: Die Stadt Saarbrücken
Die Stadt Saarbrücken, die Hauptstadt des Saarlandes, ist die größte Stadt in der Region. Für einen Tag voller Shopping, hipper Cafés und Spaziergänge durch historische Gassen ist diese Universitätsstadt ein echtes Highlight. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen das Saarbrücker Schloss, die Ludwigskirche und der St. Johanner Markt. Beginne deinen Besuch in der Altstadt. Rund um den St. Johanner Markt gibt’s schmale Gassen mit historischen Häusern, dazwischen liegen nette Restaurants und Cafés.
Ein paar Lieblingsadressen in Saarbrücken:
- The Bakery – perfekt für ein Frühstück in der Stadt. Gemütlich unter Einheimischen.
- Luuc Café deli & wein – mit einer „französisch“ anmutenden Terrasse neben der Basilika St. Johann
- Café Batela – etwas außerhalb der Fußgängerzone, wo du den ganzen Tag über frühstücken kannst
- Café Kostbar – im kreativen Nauwieser Viertel, wo sich nicht nur Studenten gerne treffen.
- Henry’s Eismanufaktur – nicht verpassen!
Du bist ein Fan von leckeren Adressen und fährst für einen kulinarischen Genuss-Tag nach Saarbrücken? Dann mach die Geschmackswanderung durch die Stadt, vorbei an coolen und leckeren Adressen. Unterwegs siehst du gleich ein paar Wandmalereien vom Street Art Walk.
Gut zu wissen: Nördlich von Saarbrücken liegen zwei kleine Städte, Ottweiler und Sankt Wendel. Ottweiler ist die kleinste Stadt mit einem hübschen Platz, der von Fachwerkhäusern umgeben ist. Bei schönem Wetter kann man hier auf einer der Terrassen sitzen. Sankt Wendel hat etwas mehr zu bieten. Spaziert durch die Innenstadt mit ihren netten Terrassen rund um die Kirche. Ein malerisches Bild! Ein beliebter Ort in der Stadt für eine Pause ist das Bruder Jakob mit seiner gemütlichen Terrasse unter Bäumen.


Tipp 4: Aufstieg zum Saarpolygon
Saarlouis wurde während der französischen Herrschaft unter König Ludwig XIV., dem Sonnenkönig, gegründet. Wenn du durch die historische Altstadt schlenderst, spürst du noch immer ein wenig von der herrlichen „Lebensfreude“.
Außerhalb der Stadt liegt ein hoher Berg, ein 150 Meter hoher Abfallberg aus Kohle. Schon von weitem sieht man den Berg mit dem 2016 erbauten Saarpolygoon. Ein auffälliger Aussichtsturm in Ensdorf. Der Zugang zum Berg ist nicht ganz einfach zu finden, aber gib „Saarpolygoon Ensdorf” bei Google Maps ein und du findest am Anfang ein paar kleine Wegbeschreibungen. Dann kann der Aufstieg beginnen! Zuerst geht es durch die grüne Landschaft, dann über die Überreste der Kohleindustrie. Oben auf dem flachen Berg steht ein Polygon, ein vieleckiges, geometrisch zusammenhängendes System. Der Saarpolygoon wurde als Denkmal zur Erinnerung an die Zechenzeit im Saarland errichtet. Die 30 Meter hohe Stahlkonstruktion ist ein beeindruckender Aussichtsturm, der von jedem Winkel anders aussieht. Umrundet ihn und steigt die 132 Stufen hinauf, um einen endlosen Blick über das Saarland zu genießen. Am Rand des Berges stehen Liegestühle, auf denen du die Aussicht ganz entspannt bewundern kannst.


Tipp 5: Besuche das UNESCO-Welterbe Völklinger Hütte
Die industrielle Vergangenheit des Saarlandes ist wahrscheinlich nicht das Erste, woran du denkst, wenn du deinen Urlaub planst. Aber glaub mir: Ein Besuch in der Völklinger Hütte wird einer der Höhepunkte deines Saarland-Trips sein. Das solltest du im Saarland auf keinen Fall verpassen! Nicht umsonst steht die ehemalige Eisenhütte seit 1994 auf der UNESCO-Welterbeliste. Dieses „Monument der Industriekultur” ist ein beeindruckender Ort, an dem während der beiden Weltkriege mehr als 12.000 Zwangsarbeiter unter erschöpfenden Bedingungen arbeiteten. Wenn du über das Gelände schlenderst, vorbei an meterhohen Öfen, Stahlmaschinen und verrosteten Sinteranlagen, bekommst du einen kleinen Eindruck davon, wie hart die Arbeit in der Stahl- und Eisenindustrie gewesen sein muss.
Setz dir einen Helm auf und steig die Treppen zur 40 Meter hohen Aussichtsplattform hinauf. Schornsteine, Hochöfen und Eisenaufzüge, an denen noch die Waggons hängen, prägen die Aussicht. Nach deinem Rundgang lädt der Biergarten dazu ein, inmitten von Eisen und Stahl auf einer Terrasse Platz zu nehmen.


Tipp 6: Übernachte in der Saarschleifenlodge an der Saar
Dort, wo die Saar eine spektakuläre Haarnadelkurve macht, die man vom Aussichtsturm bei Cloef aus sehen kann, liegt an den Ufern der Saar die Saarschleifenlodge. Dieser besondere Ort liegt an einer Sackgasse, Ruhe ist also garantiert. Die einzigen Passanten sind Radfahrer, Wanderer und Schiffe. Von der Terrasse aus ist es beeindruckend, die vorbeifahrenden Schiffe zu beobachten, die schon bei der Lodge mit der scharfen Kurve beginnen müssen. Wenn du kurz nach oben schaust, siehst du den besonderen Aussichtsturm hoch über dir. Sportliche Wanderer können von hier aus zum Cloef-Aussichtspunkt klettern. Von der Lodge aus starten mehrere Wanderwege. Ein Boot oder Tretboot für die Saar kann man nur wenige Meter weiter mieten.
Die Saarschleifenlodge hat mehrere besondere Unterkünfte. Die luxuriösen Lofts befinden sich im Hauptgebäude und haben eine eigene Terrasse mit Blick auf den Fluss. Neben der Lodge sieht man verschiedene Hütten und Baumhäuser. Tiny Houses mit klarem Design, kompakt und durchdacht eingerichtet, mit einer privaten Terrasse und Blick auf den Fluss. Während deines Aufenthalts kannst du Frühstück buchen, das im Restaurant serviert wird. Bei schönem Wetter kannst du draußen am Wasser frühstücken. An einigen Abenden in der Woche kannst du zum Abendessen vorbeikommen.
Neben der Lodge findest du die schlicht gestaltete Saar Wine Bar, wo du Weine aus der Region probieren kannst. Von der Mosel bis zur französischen Grenze.
Saarschleifenlodge – Am Steinbach 2, 66693 Mettlach


Tipp 7: Weinverkostung an der Mosel bei Perl
Wenn du zur Grenze nach Luxemburg fährst, kommst du in die Weinregion. An den Ufern der Mosel sind die (steilen) Hänge voll mit Weinreben. Mitten in diesen Weinbergen liegt das Dorf Perl, am Dreiländereck und in der Nähe von Schengen (auf der anderen Seite der Mosel). An den Ufern der Mosel und rund um Perl gibt’s verschiedene Weingüter, oft noch traditionelle Familienbetriebe. Schlendere entlang der Mosel und mach eine Tour zu den verschiedenen Weingütern, probier die lokalen Moselweine und Saarländer Weine, Apfelwein und lokale Produkte, oft mit einer Verkostung und Führung.

Bonustipp: Besuche die schöne Stadt Saarburg
Wenn du auf dem Weg ins Saarland bist, solltest du einen Zwischenstopp in der Stadt Saarburg einlegen. Obwohl sie offiziell nicht zum Saarland gehört, darf diese Stadt bei einem Besuch der Region nicht fehlen. Die berühmte Stadt liegt an der Saar und ist bekannt für ihren Wasserfall, der mitten in der Stadt 20 Meter in die Tiefe stürzt. Auf beiden Seiten stehen bunte Häuser, teilweise mit Fachwerkfassaden. Der Oberlauf wird von Restaurants mit Terrassen am Wasser und mehreren Eisdielen gesäumt. Mach einen Rundgang durch die Stadt, besuch die Burg oberhalb der Stadt und spazier durch die angrenzenden Weinberge.


Das solltest Du wissen, bevor Du ins Saarland fährst
- Wenn du dich für mindestens zwei Nächte in einer der teilnehmenden Unterkünfte entscheidest, bekommst du die Saarland Card. Mit dieser Karte kannst du 95 Attraktionen besuchen und kostenlos Bus und Bahn in der Region Saarland nutzen. Praktisch, denn damit hast du zum Beispiel freien Eintritt in die Völklinger Hütte.
- Tipps, Inspiration, Infos, Wanderrouten, Ausflüge und Sehenswürdigkeiten für das Saarland findest du auf der offiziellen Website von Tourismus Saarland.
(Foto Header-Foto: © Jens Wegener – diese Reise entstand in Zusammenarbeit mit der Deutschen Zentrale für Tourismus)